Neben den Checklisten findest du unten auch eine Liste mit hilfreichen Links.
Spiele es mal durch: Angenommen die Polizei schaut morgen vorbei und nimmt dir deine Geräte weg. Wie gut bist du vorbereitet?
Alle meine Geräte sind verschlüsselt (Laptop, Handy, Tablet, externe Festplatten, USB-Sticks, SD-Karten) (warum das manchmal nicht reicht)
Ich habe Sachen aus der Wohnung geschafft, die die Polizei nicht mitnehmen/sehen soll, z. B. externe Festplatten mit Familienfotos, alte Tagebücher oder unverschlüsselte Festplatten, die du noch nicht verschlüsselt hast
Ich mache regelmäßig Backups auf externe Datenträger
Ich kann auch nach der Hausdurchsuchung auf meine Passwörter zugreifen (denke auch an Zwei-Faktor-Authentifizierung)
Ich kann auch nach der Hausdurchsuchung auf Kalender, Kontakte und Dokumente/Cloud zugreifen
Ich habe im Vorfeld mit meinen Mitbewohner*innen gesprochen und teile diese Informationen mit ihnen
Ich nutze keine biometrischen Mittel (Fingerabdruck, Gesichtserkenung) zum Entsperren von Geräten. Die Polizei darf euch mit Gewalt dazu zwingen, Geräte zu entsperren. Das ist rechtlich mittlerweile eindeutig geklärt und wird auch in der Praxis so umgesetzt.
Bei der Letzten Generation haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Polizei alle elektronischen Geräte der beschuldigten Person mitnimmt. Wenn sich der Beschluss gegen dich richtet hast du darauf keinen Einfluss. Aber wenn sich die Durchsuchung nicht gegen dich richtet (Gäst*innen/Mitbewohner*innen), dann beschwert euch lautstark/wehement, dass diese Sachen nicht mitgenommen werden.
Bei den bisherigen Durchsuchungen war es dann oft so, dass sich die Polizei die Geräte vor Ort anschaut und prüft, ob auf dem Gerät relevante Informationen vorhanden sind. Sie entscheidet dann vor Ort, mit unterschiedlichem Ausgang:
Wichtig dabei: Die Menschen mussten dabei ihre Geräte (Handy/Laptop) entschlüseln/entsperren. Das ist natürlich gefährlich. Deshalb müsst ihr euch vorher fragen, wie wichtig euch das jeweilige Gerät ist und wie sensibel die Daten darauf sind. Teilweise haben haben Menschen ihr Smartphone entsperrt, um zu zeigen, dass es ihr Smartphone ist. Es wurde dann nicht beschlagnahmt.
Macht euch auch bewusst, dass eine Hausdurchsuchung eine absolute Stress-Situation ist. Menschen wurden von der Polizei unter Druck gesetzt und haben Passwörter herausgegben/eingegeben. Ihr müsst der Polizei nicht eure Passwörter geben. Ihr habt das Recht, keine Aussage zu machen und euch nicht selbst zu belasten. Dazu gehört auch das Verweigern der Herausgabe der Passwörter.
Alle meine Geräte sind verschlüsselt (warum das manchmal nicht reicht)
Ich nutze für digitale Kommunikation ausschließlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das schützt mich (und andere!) vor einer möglichen Telekommunikationsüberwachung (TKÜ)
Wenn ich in Aktion gehe, nutze ich nicht mein privates Telefon, sondern ein Aktions-Telefon
Ich gehe davon aus, dass die Polizei das Aktions-Telefon entsperren und auslesen kann (meist alte Android-Geräte). Ich setze das Gerät vor der Aktion auf Werkseinstellungen zurück und achte darauf, was für Daten darauf gespeichert sind.
Meldet euch gerne bei Fragen oder Anregungen mit einer Mail an it-support@raz-ev.org (gerne auch PGP verschlüsselt).